Entdecken Sie Ihre Stärken für unternehmerisches Denken und Handeln

01. Februar 2017 von Meike Wessling/Lutz Langhoff

Wir sind nicht das einzige Land auf der Welt, welches Probleme mit Unternehmerischem Denken und Handeln hat. Kontinentaleuropa im Allgemeinen und der gesamte ehemalige Ostblock hat hier eine Schwäche. Wobei viele Länder, wie zum Beispiel Polen und Tschechien, in den letzten Jahrzehnten eine enorme Lernkurve zeigen. Allerdings hat die deutschsprachige Welt eine besondere Macke zu dem Thema, die erst auf den zweiten Blick erkennbar ist.

In den letzten sechs Jahren haben wir über 300 Vorträge zu diesem Thema gehalten und nach den meisten Veranstaltungen rege Diskussionen ausgelöst. Die zentrale These: „Unternehmerisches Denken und Handeln kann jeder lernen“ löst viel Widerspruch aus und das ist gut so. Immer sagen wir Menschen direkt: „Sie können es lernen“, wie von Lutz Langhoff im Buch „Die Kunst des Feuermachens“ ausführlich beleuchtet.

Im Feedback auf diese These kann man zwei Gruppen unterscheiden. Alle diversifizierten Nuancen berücksichtigt, können wir folgende Vereinfachung als Fakt wiedergeben: Unternehmer, darunter auch Milliardäre, geben fast immer das Feedback: „Sie treffen genau den Kern von Unternehmertum. Das ist es.“ Angestellte – egal ob Manager oder Sachbearbeiter – geben gerne das Feedback: „Da fehlen noch Fakten. Sie müssten mehr Wissen vortragen.“ Was folgt daraus?

Wissen blockiert oft unternehmerisches Denken

Wir Deutschen nennen es unternehmerisches Denken und Handeln. Einen solchen Begriff kennt die englischsprachige Welt zum Beispiel nicht. Die beste Übersetzung ist: „Entrepreneurial Spirit.“ Auch wenn es das Gleiche meint, kommt ein ganz anderer Aspekt zum Tragen: Wir übersetzen das Wort „Denken“ oft mit Wissen, was fundamental der Realität widerspricht. Es geht nämlich nicht um Wissen, sondern um den „Spirit“, die tiefe innere Ausrichtung des Seins auf unternehmerisches Denken und Handeln. Wissen hilft uns da meistens nicht weiter – es blockiert eher, sofern der Mut fehlt. Um es nochmal deutlich zu sagen: Nur weil wir etwas wissen, kommen wir noch lange nicht ins Handeln. Das Entscheidende ist der „Spirit“, unser Herz, die Ausrichtung. Genau das fehlt in der deutschen Version dieses Begriffs, und unseres Erachtens ist sie daher blutleer und kraftlos.

Dies könnte auch ein Hauptgrund für die weltberühmte „German Angst“ sein. Wir meinen, über das Denken das (Wirtschafts-)Leben in den Griff zu bekommen, als könnten wir unsere Kraftlosigkeit über Wissen bekämpfen. Deswegen kommt von vielen Angestellten das Feedback: „Ich muss mehr wissen“. Hier liegt auch einer der Gründe, warum „Motivationstrainer“ in Deutschland oft so extrem negativ betrachtet werden. Die Lebenslüge „mehr Wissen“ wird direkt angegangen mit Sprüchen wie „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“. Das beißt sich. Wir predigen hier übrigens keinen Gegensatz, sondern ein großes UND. Wir sind Fans von gutem analytischem Denken und einer starken Persönlichkeit. Zu den ersten praktischen Schritten gehören folgende Fragen:

Entdecken Sie die Stärken Ihrer Persönlichkeit

Benennen Sie mit Hilfe von Brainstorming Ihre Fähigkeiten und Stärken. Was können Sie besonders gut? Was macht Ihnen Spaß? Welche Stärken bemerken andere bei Ihnen?

Entdecken Sie, wer und was Ihr Leben prägt, und trennen Sie die „Spreu vom Weizen“

Welche Vorbilder haben Einfluss auf Ihr Leben? Wir wachsen einerseits in einer gesamtdeutschen Kultur auf mit der oben beschriebenen German Angst, andererseits prägen uns Menschen unseres unmittelbaren Umfeldes, die unser Leben förderlich oder hemmend beeinflussen. Wem geben Sie Raum, um ein Vorbild für Sie zu sein?

Welche Leitsätze prägen Ihr Leben? Unsere tiefsten Überzeugungen beeinflussen unsere Entscheidungen. Veränderte Überzeugungen, ein anderer Spirit führt zu anderen Lebenswegen. Welche Ihrer tiefsten Überzeugungen fördern unternehmerisches Denken und Handeln und „stellen Ihre Füße auf weiten Raum“, wie die Bibel Gottes Handeln an uns so treffend beschreibt?

Titelfoto: Collage KcF
Persönlichkeit, Unternehmertum
Meike Wessling

Meike Wessling ist Expertin für Unternehmerisches Denken und Handeln. Zusammen mit ihrem Expertenteam begleitete sie mehr als 1000 Start-Ups. Sie hat Führungserfahrung und ist Gründerin der Unternehmensentwicklung Langhoff & Wessling GmbH. Sie ist Initiatorin und Vorsitzende des Instituts Kings Consulting e.V., in dem sie seit 2001 Berater ausbildet. Als Psychologische Psychotherapeutin und zertifizierte Gründungsberaterin vermittelt sie in ihren Seminaren auf unterhaltsame Weise wirtschaftliches und psychologisches Wissen fokussiert auf die Inhalte, die für den Erfolg von Start-Ups wesentlich sind.

Lutz Langhoff

Lutz Langhoff ist mit seinen feurigen Vorträgen und Büchern im positiven Sinn ein „Brandstifter für Mut im Leben“. Dies speist sich aus seinen drei beruflichen Wurzeln. Er hat als Start-up-Berater seit der Jahrtausendwende über 800 Unternehmen und Freiberufler in den ersten zwei Jahren begleitet und hat mit Meike Wessling die Langhoff & Wessling Unternehmensentwicklung GmbH gegründet. Davor war Lutz Langhoff in seinem „ersten Leben” über 12 Jahre Straßen- und Varietékünstler. Er ist zudem Diplomsoziologe mit Schwerpunkt Personalentwicklung und Organisationssoziologie. Heute zeigt Lutz Langhoff als Redner, Unternehmensberater, Universitätsdozent und Coach, wie Menschen und Unternehmen im beruflichen Alltag ihre Ziele und Visionen mit Leidenschaft erreichen.

Meike Wessling und Lutz Langhoff halten am Mittwoch, 22. Februar 2017 auf dem Kongress christlicher Führungskräfte in Nürnberg ein Tagesseminar zum Thema „Kurs setzen – Entdecken Sie Ihre Stärken für unternehmerisches Denken und Handeln“.