Wenn Lehrer Glück lehren

Der Schulleiter Ernst Fritz-Schubert hat an seiner Schule das Unterrichtsfach Glück eingeführt. In seinem Buch erzählt er, was es bewirkt

Man muss garantiert nicht lange herumfragen, um Leute zu finden, die bereit sind zu behaupten, Ernst Fritz-Schubert sei „ein Spinner“. Das Beruhigende in Fritz-Schuberts Fall ist: Wir wissen mit Sicherheit, dass der Erfinder des Schulfachs Glück und Schulleiter der Willy-Hellpach-Schule in Heidelberg nicht nur alle Tassen im Schrank hat, sondern sogar ein Lehrer mit großer Erfahrung, feinem Realitätssinn und beeindruckender Durchsetzungskraft ist. Natürlich hört sich das erst einmal unmöglich an: Ausgerechnet an dem Ort, an dem viele Schüler sich unwohl fühlen, soll nun Glück unterrichtet werden?!

Manchmal sogar Schauspieler

Aber das Tolle an Fritz-Schuberts Utopie ist, dass er sie nicht nur gedacht, sondern in die Tat umgesetzt hat. An seiner Schule werden die Schüler zwei Stunden pro Woche in der Kunst unterrichtet, glücklich zu sein und zu werden. Die Stunden halten abwechselnd Lehrer, Familientherapeuten, Ernährungs- und Sportwissenschaftler
und manchmal sogar Schauspieler. Denn das Glücklichsein beginnt, da ist Fritz-Schubert sich sicher, bei ganz grundlegenden Dingen: beim körperlichen Wohlbefinden, beim vernunftvollen Austragen von Konflikten, beim Entfalten eigener Interessen und Begabungen, beim Gesund heitsbewusstsein, bei der Freude am Lösen von Aufgaben, beim Übernehmen von Verantwortung. Wer meint, das Erlernen des Glücklichseins sei ein leistungsfreier Bereich, der täuscht sich: Zu Fritz-Schuberts Konzept gehört auch, dass die Schüler etwas leisten. Das ist ja auch logisch, gibt es doch nicht viele Erlebnisse, die so glücklich machen wie Erfolge.

Prominente Unterstützer

Das baden-württembergische Kultusministerium unterstützt das Projekt. Zuversicht vermittelt, dass auch bereits an anderen Schulen nach Fritz-Schuberts Ideen experimentiert wird. Sogar der Bundespräsident hat die Idee des Heidelberger Schulleiters bereits ausgezeichnet. In seinem Buch Schulfach Glück berichtet Fritz-Schubert erstmals einem größeren Publikum, wie das von ihm erfundene Fach die Schule verändert. Bernhard Peters, der Direktor für Sportund Nachwuchsförderung beim ebenfalls als äußerst innovativ geltenden Bundesligaclub TSG 1899 Hoffenheim, durfte das Buch als einer der Ersten lesen. Sein Urteil: „ein nützlicher Ratgeber für alle,
die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen wirklich ernst nehmen.“ Tatsächlich sollten dieses Buch alle engagierten Eltern, Lehrer und Erzieher lesen; dies auch aus ganz eigennützigen Gründen: Es wird ihnen in ihrer alltäglichen Arbeit Glücksgefühle bescheren, garantiert.



Ernst Fritz-Schubert
Bereits der Lebenslauf des Erfinders des Unterrichtsfachs Glück unterscheidet sich von vielen klassischen Lehrerbiografien: Der 1948 in Fulda geborene Fritz-Schubert studierte Rechtswissenschaften undVolks wirtschaftslehre in Heidelberg, um dann in den Schuldienst des Landes Baden-Württemberg einzutreten. Er unter richtete Volks- und Betriebswirtschaftslehre sowie Ethik und ist seit dem Jahr 2000 als Oberstudiendirektor Schulleiter der Willy-Hellpach-Schule in Heidelberg.



Buch zum Thema:
Ernst Fritz-Schubert
Schulfach Glück
ISBN: 9783451298493
Seiten:
Verlag: Herder Verlag
Preis: 16,95
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Am wenigsten glücklich sind Kinder beim Zahnarzt - und in der Schule. Ein Heidelberger Oberstudiendirektor hat beschlossen, das an seiner Schule zu ändern. Er führte das Fach »Glück« ein (das sogar als Prüfungsfach im Abi gewählt werden kann) und entwickelte zusammen mit einem Team von Experten einen konkreten Lehrplan.

Ramon Dörfler Mediengestaltung
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