Kaum ein Buch sorgte dieses Jahr in den USA so für Diskussionen wie William Paul Youngs The Shack, das vor kurzem in Deutschland unter dem Titel Die Hütte. Ein Wochenende mit Gott erschien.


William Paul Young ist ein bodenständiger Mensch. Als der damals 49-Jährige im Jahr 2005 das Manuskript seines Debütromans an seine sechs Kinder und enge Freunde verteilte, stand er an einer Wegscheide seines Lebens. In seiner Ehe kriselte es durch einen von ihm begangenen Seitensprung; fi nanziell war er am Ende und die seelischen Narben seiner Kindheit lasteten auf ihm. Also schrieb der kanadisch-amerikanische Autor sich das Leid von der Seele.

Und auch wenn das Resultat davon, sein Roman, in seinem Bekanntenkreis auf ausnahmslos positives Echo traf, wollte kein Verlag das Manuskript drucken. Also gründete Young mit Freunden einen eigenen Verlag. Zwei Jahre später waren weltweit sechs Millionen Exemplare verkauft.

Dabei wurde das Buch praktisch nicht beworben. Das Geheimnis des Erfolges: Mundpropaganda in religiösen Kreisen. Die seltsam berührend-inspirierende Geschichte, in der ein Dialog mit Gott, Jesus Christus und dem Heiligen Geist im Zentrum steht, sprach viele Amerikaner an, die einen anderen, weniger traditionellen Zugang zum Glauben suchten. Einige Pastoren gingen sogar dazu über, von der Kanzel aus Werbung für das Buch zu machen. Aber richtig populär gemacht hat den Bestseller dann vor allem die Kontroverse, die unter Gläubigen über das Werk ausbrach. Der Autor ist daran nicht unschuldig, weil er sich ganz bewusst über Dogmen hinwegsetzte. So entschied er sich zum Beispiel, Gott als afroamerikanische Frau darzustellen.

Warum der Roman weltweit bei Lesern quer durch die gesamte Bevölkerung so erfolgreich ist, dafür hat Young eine einfache Erklärung: „Die Geschichte von Die Hütte löst etwas in den Herzen von Menschen aus, das sie verändert.“ Youngs Hauptfi gur Mack hat vor Jahren seine Tochter verloren – sie wurde umgebracht, die letzten Spuren wurden in einer Hütte im Wald gefunden. Mack erhält eine geheimnisvolle Einladung in genau diese Hütte, die für ihn zur Begegnungsstätte mit Gott wird. Nach dem Wochenende wird er ein anderer Mensch sein.

Und genau wie der Autor selbst nach der Veröffentlichung des Romans wird auch seine Hauptfi gur Mack nach dem Wochenende mit Gott einen anderen Weg einschlagen.
 




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