Die Möglichkeit einer besseren Welt sehen

Leonardo Boff kann man nicht gerade als konfl iktscheu bezeichnen. Der exkommunizierte Priester und Träger des Alternativen Nobelpreises verteidigt seine Weltsicht selbst vor dem Papst, auch wenn ihn das seine Amtwürden kostet. Mit dem „Fall Boff“ sind er, seine Thesen und seine Texte weltberühmt geworden. Nun ist mit Tugenden für eine bessere Welt sein wohl gegenwartsbezogenstes Werk erschienen. Boff entwirft darin eine völlig neue Tugendlehre. Boffs Lehre nimmt die gesellschaftlichen Probleme unserer globalisierten Welt und die Bedrohung der natürlichen Lebensgrundlagen auf der Erde in den Blick. Für Boff ist die Zeit gekommen, dass Christen in ihrer eigenen Lebensführung mit den Tugenden der Gastfreundschaft, der Toleranz und der Tischgemeinschaft ein neues Fundament legen – ein Fundament, das die Chance für eine erdumspannende menschliche Gesellschaft bildet, die in ihrem Wesen eins ist, aber eine Vielfalt von Ausdrucksformen kennt.
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Streitbar

Die Vatikan-Kritiker Leonardo Boff und Hans Küng haben manches gemeinsam. Beiden wurde (zeitweise) von der katholischen Kirche die Lehrbefugnis entzogen, beide sind durch ihre gewagten Thesen ins Kreuzfeuer des Papstes geraten und beide treten nun für ihre eigene Vorstellung eines neuen Christentums ein – und stehen damit immer wieder im Licht der Öffentlichkeit. In seinem neuesten Buch Was ich glaube fragt Küng sich nun, was wäre, wenn man die ganze gelehrte Wissenschaft und die theologische Formelsprache hinter sich lassen würde, was dann als Kern des Glaubens bleiben würde. Und schreibt so eine „summa“ seines Glaubens – und Lebens.


Querdenker

Wenn Gott tot ist, ist dann alles erlaubt? Sind wir am Ende nicht doch nur durch unsere Gene determiniert? Es gibt so viele Vorstellungen von Ethik, wie es Kulturen gibt – ist damit nicht alles relativ? Werden die Menschen nicht durch die Moral überfordert? Simon Blackburn ist es als Philosophieprofessor an der Universität Cambridge gewohnt, mit unbequemen Fragen zum moralisch richtigen Handeln konfrontiert zu werden. Deshalb verwundert es auch nicht, das Publik-Forum Gut sein. Eine kurze Einführung in die Ethik als „beste Einführung in die Ethik, die seit langer Zeit erschienen ist“ bezeichnet. In seinem Buch holt Blackburn die Leser dort ab, wo die Einwände gegen die Ethik anfangen. Dabei gelingt ihm, woran die akademische Philosophie oft scheitert: eine gut lesbare Einführung, mit Esprit geschrieben, die nicht nur Berufsphilosophen verstehen.
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Ramon Dörfler Mediengestaltung
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