Lothar de Maizière, Norbert Lammert und Franz Josef Jung – drei aktive Mitgestalter bei der Wiedervereinigung Deutschlands mit spannenden Einblicken und persönlichen Zeugnissen.
Am 3. Oktober 1990 ging für Millionen Deutsche ein Traum in Erfüllung: Die Wiedervereinigung Deutschlands wurde vollzogen. Dieser Tag und der Mauerfall knapp ein Jahr zuvor am 9. November 1989 gehören zu den bewegendsten Ereignissen deutscher Geschichte. In einer Broschüre der Bundesregierung anlässlich des 20-jährigen Jubiläums spricht die Bundeskanzlerin Angela Merkel von einem „historischen Glück“ und erinnert gleichzeitig an die damit verbundenen Herausforderungen, vor denen wir heute stehen. |
Bericht aus erster Reihe
Einer der Politiker, die damals im Zentrum der Ereignisse standen, ist Lothar de Maizière. Als erster und zugleich letzter demokratisch gewählter Ministerpräsident der DDR hat er entscheidend zur deutschen Einheit beigetragen. Jetzt erzählt er ausführlich über die Zeit, in der er Weltgeschichte schrieb, und berichtet so offen wie persönlich von den dramatischen Umwälzungen der Wendemonate.Ich will, dass meine Kinder nicht mehr lügen müssen zeichnet ein facettenreiches Bild des damaligen politischen Alltags und erhellt vieles, was bislang noch unbekannt war. Welche Rolle spielte der runde Tisch? Wie war es um die wirtschaftliche Situation der DDR zu ihrem Ende hin bestellt? Welche Bedeutung hatte die Politik in der Bundesrepublik und der demokratischen DDR nach dem 18. März 1990 für das Gelingen des Einheitsprozesses? De Maizière räumt mit manchen Irrtümern auf und zeigt, dass die deutsche Einheit eine Leistung der DDR ist, die aus eigener Kraft demokratisch wurde – und nicht nur ein Bonner Werk: „Es war die DDR, die unter meiner Führung der Bundesrepublik beitrat und damit ihre eigene Staatlichkeit aufgab und die Einheit Deutschlands ermöglichte. „Vor dem Hintergrund des politischen Geschehens bewertet er sein Verhältnis zu anderen großen Protagonisten der Zeit wie Helmut Kohl, Margret Thatcher, George Bush senior und Michail Gorbatschow. Er erzählt von seiner Freundschaft mit Gregor Gysi, von Stasi-Vorwürfen und schließlich auch von seinem Rückzug aus der Politik im Herbst 1991. Heute ist Lothar de Maizière in seiner Anwaltskanzlei in Berlin tätig. Er hat sich auf Fragen zur Wiedervereinigung spezialisiert.

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20 spannende Einblicke
Norbert Lammert, heutiger Präsident des Deutschen Bundestages und Mitgestalter der Wiedervereinigung, legt zum Jubiläum ebenfalls ein wichtiges Buch vor. In Einigkeit. Und Recht. Und Freiheit. erläutert er, welche Faktoren zwei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung das demokratische und weltoffene Deutschland von heute lebendig und stabil halten. 20 Jahre – das sind 20 Kapitel, 20 spannende Blicke auf Deutschland. Das langsame Zusammenwachsen von Ost und West, der Umgang mit Terrorismus, Politik und Religion, die Bedeutung des Grundgesetzes und der neue Patriotismus einer Zivilgesellschaft sind nur einige der interessanten Themen, die lebensnah zur Sprache gebracht werden.
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Der Weg zur deutschen Einheit
Als Generalsekretär der hessischen CDU war auch Franz Josef Jung in den Wendejahren nicht nur Zeitzeuge der friedlichen Revolution, sondern aktiver Mitgestalter des Einigungsprozesses. Am 9. November 1989 befand er sich in Ostberlin, wo er Lothar de Maizière und andere Reformer der CDU in der DDR traf. Franz Josef Jung erinnert sich, wie er als Politiker Die letzten Tage der Teilung erlebte und wie die Einheit gelang. Dabei stützt er sich auf Aufzeichnungen und bislang unbekannte Dokumente der Zeitgeschichte. Auch dieses Buch ist zugleich persönliches Zeugnis und erhellender Bericht über die damalige Zeit, in der die hessisch-thüringischen Beziehungen eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung der Wiedervereinigung spielten.
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